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Les Basses danses de Marguerite d´Autriche

Bibliothèque Royale Albert Iier, Brüssel,
Ms. 9085
um 1470, Flandern

Band 5 der Reihe Musica Manuscripta.

Das Tanzbüchlein ist um 1470 in Flandern entstanden und sollte eine Gedächtnisstütze für die Tänzer bei der Ausführung der „Basses Danses“, der Bodentänze sein, die in ganz Europa sehr beliebt waren.

Musik in Gold und Silber

Nach einer eindrucksvollen Wappenseite wird das Büchlein mit einem kurzen, theoretischen Teil eingeleitet und beinhaltet dann 59 verschiedene Tänze. Jede Seite ist mit einer goldenen Lineatur versehen, auf der die Titel der Tänze, Texte, Noten und Schrittbezeichnungen in Gold und Silber ausgeführt sind. Initialen schmücken beinahe alle Seiten. Ihr schwungvolles Flechtwerk weist die Handschrift als ein höfisches Meisterwerk aus. Es kann mit Recht angenommen werden, daß sich dieses Buch schon im Besitz der Gemahlin Kaiser Maximilians I., Maria von Burgund, befunden hat und von dieser an ihre Tochter Margarete, die spätere Generalstatthalterin der Niederlande, vererbt worden ist. Das Buch gelangte danach in den Besitz des spanischen Königs Philipps II. und gehörte bis zur Einverleibung in die Biblio-thèque Royale zur burgundischen Bibliothek des Hauses Habsburg.

Eine der äußerst seltenen Handschriften auf schwarzem Pergament

Außergewöhnlich an den „Basses Danses“ sind nicht nur ihr musik- und kulturhistorischer Inhalt, die bestechende Kalligraphie und deren Ausführung in Gold und Silber, außergewöhnlich ist auch der Beschreibstoff. Das Tanzbüchlein der Margarete von Österreich gehört zu den nur sieben Handschriften auf schwarz eingefärbtem Pergament, die bis zum heutigen Tage erhalten geblieben sind. Dieses buchkünstlerische Kleinod vermittelt uns eindrücklich den Glanz am burgundischen Hofe.

Bibliographisches

Die Faksimile-Ausgabe:
Codices Selecti Vol. LXXXVII.
Musica Manuscripta Vol. 5.
Graz 1987. Vollständige farbige Faksimile-Ausgabe aller 56 Seiten (28 Blatt) im Originalformat 128 x 210 mm. Eine Wappenseite, alle anderen Seiten auf schwarz eingefärbtem Pergament mit weiß anmutender Notenschrift in Silber und Texten in Goldtinte. Ornamentale Gestaltung der Seiten. Alle Blätter sind originalgetreu randbeschnitten. Einband: Halblederband mit Holzdeckeln.

Der Kommentarband:
C. Thiry, Lüttich, V. Gavenda, Berkeley und C. Lemaire, Brüssel. 76 Seiten.

Limitierte Auflage: 500 handnumerierte Exemplare

Euro 490,-
ISBN 978-3-201-01383-3

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